05.12.2010

Wir wurden 20!


Es gibt immer einen Grund zum Feiern. Das sahen auch 25 Geographen des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommerns so und trafen sich am 06.11.2010 in Greifswald an der Ernst-Moritz-Arndt -Universität im Geographischen Institut. Schon bei der Anreise auf dem Unigelände sahen wir Baukräne und –zäune und im hellen Glanz und voller Leben die neue Unibibliothek.
Die Erinnerungen der studentischen Jugend kehrten schnell zurück beim Anblick des Hörsaals und des Studentenkellers. Selbst der Geruch in diesen alten Gemäuern hatte sich kaum verändert.
Dass wir keine Studenten mehr waren, spürten wir spätestens beim freundlichen Empfang von Dr. Karin Richter, die sehr liebevoll einen Imbiss mit Kaffee und Bio-Säften servierte.

Pünktlich 10.00 Uhr eröffnete die Vorsitzende des Landesverbandes M-V Sabine Geisler mit einem Gläschen Sekt die Veranstaltung.
ein herzliches Willkommen für Frau Prof. Meincke
Herzlichen Dank an Inge Heiner
Besonders freuten wir uns, dass Frau Dr. Meinke als Ehrengast teilnahm. 20 Jahre Landesverband Mecklenburg-Vorpommern- ein Rückblick und Ausblick ließ uns deutlich werden, wie schnell doch die Zeit verging und wie viele Projekte durch uns verwirklicht wurden. In diesem Zusammenhang ehrte sie langjährige Mitglieder. Den krönenden Abschluss bildete ein plattdeutsches Statement über die Wichtigkeit der Geographie, die schon Rudolf Tarnow feststellte und humorvoll aufs Papier brachte.
Herr Lasanske liest Tarnow
Greifswald ist immer wieder einer Reise wert. Davon konnte uns Dr. Brunner mit sehr viel Hingabe in einem Festvortrag „Stadtentwicklung Greifswald nach 1990“ überzeugen. Greifswald war, ist und bleibt eine besondere Stadt. 1988 als sozialistische „Fast- Großstadt“ fehlten ihr nur 12 000 Einwohner. Heute erfüllen wieder Studenten das Leben der Stadt (bemerkenswerte 12 000  neben 48 000 nichtstudentischen Greifswaldern). Dank dieser hohen Studentenzahl verzeichnet Greifswald trotz der Vielzahl an Plattenbauten nur 1% an Wohnungsleerstand.
Dr. Brunner
Nach jeder Theorie sollte die Praxis folgen und so folgten wir den Spuren von Dr. Brunner durch die Gassen und Märkte Greifswalds (nicht zu vergessen die nächtlichen studentischen ehemaligen und gegenwärtigen Rückzugsorte).
Das Pommersche Landesmuseum mit seiner über die Landesgrenzen bekannten Ausstellung der berühmten Romantiker Greifswalds, zeigte uns, dass ein Museum nicht langweilig sein muss.
alt und neu immer dicht nebeneinander

Mit dem guten Gefühl Greifswald ist eine attraktive Stadt voller Leben und Veränderung, verließen wir in der Dunkelheit den Ort unserer gemeinsamen Erinnerungen.
Dank gilt noch einmal im Besonderen Frau Dr. Karin Richter für die Organisation dieses erlebnisreichen Tages.
Heike Rönnfeldt

15.06.2010

Das Triple für Max Rogge


Der beste Geographie-Schüler Deutschlands kommt auch in diesem Jahr aus Brandenburg. "Fritjof Nansen“, diese richtige Antwort auf die Frage nach einer Persönlichkeit, die mit der "Fram“ zahlreiche Expeditionen unternahm, brachte Max Rogge im Finale des größten deutschen Schülerwettbewerbs für Zwölf- bis 16-Jährige am Ende den Sieg. Er verteidigte damit erfolgreich seinen Titel als deutscher Erdkunde-Meister, den er auch in den beiden vergangenen Jahren geholt hatte. In Hamburg gewann der 16-Jährige heute das große Finale. Die Plätze Zwei und Drei belegten der Saarländer Martin Ernst und Felix Quaas aus Sachsen. Vierter wurde Henrik Hornecker aus Schleswig-Holstein. Insgesamt beteiligten sich 2010 rund 240.000 Schülerinnen und Schüler an NATIONAL GEOGRAPHIC WISSEN.
zum dritten Mal dabei: Jacob Migenda vom CJD Rostock

Im Hamburger Verlagshaus von Gruner + Jahr trafen die 16 Sieger der Bundesländer und der Gewinner der deutschen Schulen im Ausland in einer von Andree Pfitzner moderierten Quizshow mit WM-Stimmung aufeinander. In mehreren Fragerunden reduzierte sich die Zahl der Titelanwärter, bis Max Rogge als Bundessieger feststand. Seit Januar hatten sich die Schülerinnen und Schüler in Wettbewerbsrunden auf Klassen-, Schul- und Landesebene für das Finale qualifiziert. NATIONAL GEOGRAPHIC WISSEN wird von NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in Kooperation mit dem Verband Deutscher Schulgeographen e.V. und dem Westermann Verlag mit dem Diercke Weltatlas veranstaltet.

Neben dem "Abenteurer mit Mission“ Thomas Gottschalk (Projekt Solartaxi) gratulierten Erwin Brunner, Chefredakteur NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND, Alexander Schwerin, Geschäftsführer NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND, Sabine Naumann, Westermann Verlag, und Dr. Frank Czapek, 1. Vorsitzender Verband Deutscher Schulgeographen.

Im Anschluss an die spannende Entscheidung wandte sich der Berliner Thomas Gottschalk an die Nachwuchsgeographen und erzählte ihnen von dem von ihm aktiv unterstützen Projekt Solartaxi. Mit der Kraft der Sonne fährt das Solartaxi – um zu zeigen, dass es auch ohne Erdöl geht. Das Solartaxi hat es als das erste mit Sonnenenergie betriebene Gefährt geschafft, einmal um die Welt zu fahren. Und auch UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon fuhr bereits mit. "Setzt euch dafür ein, dass unsere Politiker, aber auch eure Familien, Freunde und ihr selbst nachhaltige Entscheidungen trefft, damit ihr die Schönheit dieses Planeten noch lange genießen könnt“, appellierte er an die Anwesenden und warb für seine Vision von einer nachhaltigen Zukunft mit Solarenergie.

Alle Platzierungen der einzelnen Landessieger:

1. Max Rogge aus Neustadt/Dosse, Brandenburg

2. Martin Ernst, Nalbach, Saarland

3. Felix Quaas, Coswig, Sachsen

4. Henrik Hornecker, Lübeck, Schleswig-Holstein

5. Yannick Lonkai, Bremen

6. Pascal Gross, Heilbronn, Baden-Württemberg

7. Maximilian Springer, Himmelkron bei Bayreuth, Bayern

8. Martin Koch, Baunatal, Hessen

9. Jakob Migenda, Erkner, Mecklenburg-Vorpommern

9. Fiete Menke, Sulingen, Niedersachsen

9. Khanh Duong Pham, Berlin

9. Jagmeet Singh Bhullar, Hamburg

9. Niels Schnathorst, Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen

9. Ernst-Christian Flach, Iden, Sachsen-Anhalt

15. Viktoria Kamuf, Mühlheim am Main, Rheinland-Pfalz

16. Felicia Möller, Uhlstädt-Kirchhasel, Thüringen

16. Ioan Casian Bardeanu, Bukarest (Deutsche Schulen im Ausland)

20.02.2010

NACHRUF

 Prof. Dr. Rolf Meincke
ein Leben für die Geographie und seine Studenten
Am 15. Februar 2010 ist Prof. Dr. Rolf Meincke verstorben – für uns alle völlig überraschend. Um so mehr macht es uns betroffen, einen so lebensfrohen Kollegen und Freund zu verlieren.
Sein wissenschaftliches Arbeiten begann 1956, gleich nach Abschluss seines Studium, als Assistent am Institut für Pädagogik im Bereich Fachdidaktik Geographie. Damit verbunden war auch der Beginn einer über Jahrzehnte erfolgreiche Lehrtätigkeit. Viele erinnern sich an Prof. Dr. Meincke als ihren „Methodikprof“ während des Studiums in Greifswald - an denjenigen, der uns gelehrt hat, wie Geographie in der Schule interessant vermittelt werden soll und kann. Besonders nach 1990 setzte sich Prof. Dr. Meincke für den Fortbestand des Bereiches der Geographiedidaktik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald ein. Unvergessen sei auch sein Engagement für unser Fach über die Universität hinaus. Er arbeitete konstruktiv als Vorsitzender der Lehrplankommission Geographie des Kultusministeriums des Landes Mecklenburg-Vorpommern und initiierte 1990 den Landesverband Mecklenburg-Vorpommern im Verband Deutscher Schulgeographen. In der Funktion des 1. Vorsitzenden stärkte Prof. Dr. Meincke das Ansehen unseres Faches. Viele erinnern sich sicherlich an den 25. Deutschen Schulgeographentag im Jahr 1996 mit dem Motto „Mecklenburg-Vorpommern – Tor zum Norden und Brücke zum Osten“ an dessen erfolgreicher Organisation und Durchführung Prof. Dr. Meincke einen entscheidenden Anteil hatte.
Aufgrund seiner Verdienste um die Schulgeographie wurde Prof. Dr. Rolf Meincke im Jahr 2000 mit der Willi-Walter-Puls-Medaille geehrt.
Die Ergebnisse seines Wirkens werden uns in unserer Arbeit weiter begleiten, an den Menschen Rolf Meincke werden wir uns in dankbarer Wertschätzung erinnern.

Der Vorstand des Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern

07.01.2010

Das Nationalteam für die IGEO 2010 in Taipei steht


Am 20. und 21. November 2009 fand im Geographischen Institut der Universität Münster das Bundesfinale des Wettbewerbes „Janus Geographie bilingual" statt. In der gelungenen Veranstaltung wurden die vier Sieger ermittelt, die 2010 die deutsche Mannschaft für die International Geographic Olympiad (IGEO) in Taiwan bilden. Neun Jungen und ein Mädchen aus zehn Bundesländern qualifizierten sich für den Bundesausscheid. Sie hatten zwei Kurzklausuren zu schreiben und einen Multimediatest zu absolvieren.
Abends gingen die Teilnehmer gemeinsam mit dem Nachtwächter von Münster auf eine Stadtexkursion. Am Samstag stand ihnen der Goldmedaillengewinner der letzten IGEO in Karthago Manuel Hein Rede und Antwort. Die Teilnehmer und Gäste sahen Filme der beiden letzten Olympiaden von Brisbane und Karthago, die Herr Werner Wallert drehte. So erhielten die Finalteilnehmer einen Eindruck von den internationalen Wettkämpfen. Spannend wurde es bei der Verkündigung der Wettbewerbsresultate. Nach den beiden Klausuren gab es noch sehr enge Punktabstände im Teilnehmerfeld. Der Multimediatest ergab dann den Ausschlag für die Rangfolge der Schüler. Sieger des Bundesfinales wurde Benedikt Pittrof aus Bayern. Ebenfalls zur IGEO-Mannschaft 2010 gehören Max Rogge (Brandenburg), Marcel Wetegrove (Hamburg) und Yoram Materlik (Mecklenburg-Vorpommern).
Herzlichen Glückwunsch!
Die weiteren Plätze belegten Tobias Höer (Sachsen) und Niklas Schilling (Berlin), Anne Kleinbauer (Thüringen), Florian Meißner (Sachsen-Anhalt) und  Fabian Krengel (Niedersachsen) sowie Thomas Korn (Nordrhein-Westfalen).
Auch allen Platzierten herzliche Glückwünsche!
Leider haben Schüler aus nur zehn Bundesländern teilgenommen. Wir hoffen, dass in zwei Jahren beim nächsten Wettbewerb Teilnehmer aus allen 16 Bundesländern im Finale vertreten sind. Das Nationalteam wird auf die IGEO im Sommer 2010 weiter vorbereitet. Dazu gehört auch ein Trainingscamp im Frühjahr 2010. Für alle Aktivitäten, die einen erfolgreichen Verlauf des Wettbewerbes auf Landes- und Bundesebene gewährleisteten, sei herzlich gedankt. Das betrifft alle betreuenden Lehrerinnen und Lehrer, alle Landesbeauftragten, das Organisationsteam des Geographischen Instituts der Universität Münster unter Leitung von Eva Wetterau, das IGEO-Aufgaben-Team und die Jury unter Leitung von Christoph Zwißler sowie den Klett Verlag, der den Wettbewerb finanziell unterstützte.
Wolfgang Gerber

12.12.2009

Studienreise Slowakei 15. – 23. Juli 2010

Wer möchte die Slowakei näher kennen lernen?









Der Landesverband M-V organisiert eine sehr interessante Studienreise durch die Slowakei mit einem Abstecher nach Budapest. Stationen sind die Hauptstadt Bratislava, die Donauebene, Budapest, das Slowakische Paradies, die Hohe Tatra und die Kleine Fatra.
Informationen erhalten Sie bei Inge Heiner oder unter 03844/814592

29.07.2009

Rätsel von Gryfino gelöst

Vom 16.- 19. Oktober 2004 führte der Landesverband der Schulgeographen- Regionalgruppe Rostock- eine Weiterbildungsexkursion in die Region Nordpolen durch. Im Zusammenhang mit der Behandlung des Nationalparks „Unteres Odertal" und dem Besuch der Stadt Gryfino, direkt am Osthang des Odertals gelegen, stand auch die Aufgabe, das so genannte „Rätsel von Gryfino" mit Hilfe des gesammelten Sachverstandes der Exkursionsteilnehmer aufzuhellen und einer Lösung näher zu bringen. Worum geht es bei diesem „Rätsel"?
Inmitten eines ca. 45- jährigen Kiefernbestandes auf einer der Sandterrassen des östlichen Odertalhanges, etwa 7 km südlich des Stadtzentrums von Gryfino, nahe der Straße 31, spielen auf einer Fläche von etwa 1500 m² die hier wachsenden Bäume scheinbar verrückt.
Ihr bizarres und schlangenförmiges Wachstum, welches häufig an einen auf den Kopf stehendes Fragezeichen erinnert, kontrastiert dermaßen scharf zum übrigen „normalen" Wald, dass nicht wenige Besucher des Nationalparks dieses Phänomen besichtigen und bei den versuchen, diese Erscheinung zu erklären, den abenteuerlichsten Spekulationen verfallen. (So ist unter anderem von der raffinierten Aufzucht spezielle gekrümmter Hölzer, von tragischen Naturkatastrophen und auch von magischen Kräften die Rede.)
Demgegenüber kamen die Exkursionsteilnehmer im Ergebnis einer ausführlichen Standortdiskussion zu folgenden Schlussfolgerungen: 1. Die kleinflächige Ausprägung des Sonderwuchsgebietes inmitten eines völlig normalen Bestandes sowie die räumliche Regellosigkeit der Schlangenwuchsformen schließen exogene Bodenfaktoren (Bodenfließen, Wind) als Ursache aus. Da alle Bäume des Gesamtbestandes gleichermaßen gesund und heil sind, können auch eine lokale Vergiftung über den Boden oder Wind- bzw. Schneebruch ausgeschlossen werden. 2. Die Stammdurchmesser der Bäume mit Schlangenwuchs sind etwas geringer als die des Normalbestandes; in der erreichten Höhe gibt es gegenüber dem Normalbestand nur eine sehr geringe Minusdifferenz. Allen Bäumen mit Schlangenwuchs ist gemeinsam, dass sie einen ca. 40 cm hohen Stumpf besitzen, der in seiner Stärke etwa dem Normalbestand entspricht und aus dem seitlich meist ein- seltener auch zwei- solcher schlangenwüchsigen Stämme herausgewachsen ist. Der obere Abschluss des Stumpfes ist waagerecht gerade und weist weder Wucherungen noch Verkrümmungen auf, so dass mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden kann, dass er durch Absägen des Jungbaumes oberhalb der untersten Astreihe entstanden ist. 3. Aus der Anordnung des Fällschnittes sowie aus den geringen Differenzen im Höhen- und Dickenwachstum zwischen Normal- und Sonderbestand lässt sich die Annahme begründen, dass die Kappung der jetzigen Schlangenwuchsbäume zu einem Zeitpunkt erfolgt ist, als der Gesamtbestand eine etwa 6- 8 jährige Schonung war. 4. Der Umstand, dass diese Maßnahme ein großes Loch in der Schonung hinterlassen hat und in diesem Bestand einmalig geblieben ist, spricht für eine außergewöhnliche und vermutlich auch spontane Entscheidung. Da außerdem die Jungbäume flächenhaft gekappt worden sind, d.h. ob ein Jungbaum gekappt wurde oder nicht, hing weniger von seiner Beschaffenheit, sondern mehr von seiner Zugehörigkeit zu der Fläche ab, die zur Abholzung vorgesehen war, ergeben alle Beobachtungen zusammen genommen folgendes Szenario. Im Zeitraum Mitte bis Ende der sechziger Jahre ist hier in einem Winter eine größere Ladung Weihnachtsbäume zusammengestellt worden. Vermutlich war im nahen Szczecin in diesem Winter das Weihnachtsbaumangebot dermaßen hinter der Nachfrage zurück geblieben, dass kurzfristig auch mit Jungkiefern ein gutes Geschäft zu machen war (der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch gut daran, dass in einem Winter dieses Zeitraumes infolge eines sehr frühen und außerordentlich schneereichen Wintereinbruchs hunderttausende Weihnachtsbäume im Thüringer Wald und Erzgebirge liegen geblieben sind und auch er mit einer Jungkiefer vorlieb nehmen musste), Bevor wir uns mit dem durch die besondere Art der Fällung hervorgerufenem Schlangenwachstum der nach gewachsenen Kiefern beschäftigen, wollen wir der Frage nachgehen, warum der damalige Eigner oder beauftragte Arbeiter überhaupt diese besondere Methode der Abholzung gewählt hat. Schaut man sich ein wenig in der forstwirtschaftlichen Literatur um, stößt man bald darauf, dass dieses „auf den Stock hauen“ in Mitteleuropa vom Mittelalter bis zum Ende des 19. Jahrhunderts eine verbreitete Methode war. Dabei ging es im Gegensatz zum Hochwald- und Schlagholzbetrieb, bei denen ausschließlich die Bau- und Brennholzgewinnung das Produktionsziel waren, um eine Betriebsform, die eine Kombination von Holzzucht und Landwirtschaft darstellte und in Deutschland als Baumfeldwirtschaft oder Waldfeldbaubetrieb bezeichnet worden ist. Die forstliche Komponente dieser Betriebsformen war die so genannte „Niederwaldwirtschaft“, die sich auf ausschlagfähige Laubbäume (Weide, Eiche, Linde, Erle) beschränkte. Diese wurden auf geeigneten Flächen in so großen Reihenabständen gepflanzt, dass man die Fläche dazwischen als Getreide- oder Grünland nutzen konnte. Nach 10 bis 40 Jahren wurde der Jungwald vollständig abgeholzt (aber auf den Stock gehauen) und anschließend durch Stockausschlag verjüngt. Nunmehr konnte man in regelmäßigen Abständen (Weide 1-2 Jahre, Eiche 15-20 Jahre, Erle 20-30 Jahre) die nachgewachsenen Triebe als Nutzholz ernten (z.B. Weidenruten, Eichenrinde für Gerblohe, Linde und Erle für, hauswirtschaftliche Geräte). Da für diese Verwendung die nachgewachsenen Junghölzer ausreichten bzw. notwendig waren, konnte man den Beschleunigungseffekt der Erntezyklen durch Stockausschlag voll nutzen. Diese Zusammenhänge mussten auch (dem Waldbesitzer bei Gryfino bekannt gewesen sein. Dadurch dass er die Weihnachtsbäume so abgenommen hatte, dass ein Stock mit ein bis zwei Seitentrieben stehen geblieben ist (unsere heimischen Nadelbäume sind nicht ausschlagfähig), hat er zwar auf einen späteren gerade gewachsenen Hochstamm verzichtet, dafür aber von der Holzmenge her den ungefähren Ausgleich mit dem übrigen Bestand bis zur Hiebreife gesichert. Die dabei für eine Kiefer notwendige Bedingung, das Herauswachsen aus dem Stock über einen bestehenden Seitentrieb zu sichern, ist auch zugleich Ursache für den merkwürdig anmutenden Schlangenwuchs eines so aufwachsenden Baumes, Sein Formenreichtum wird durch das Zusammenspiel folgender drei Faktoren ausschlaggebend bestimmt - Das Längenwachstum eines Baumes orientiert sich in der Gravitationskraft der Erde (Geotropismus). Im Idealfall steht ein Baum senkrecht und damit im Gleichgewicht. - Noch stärker- wird das Baumwachstum durch die Orientierung auf maximale Lichtausbeute für sein Blattwerk- gesteuert (Heliotropismus). Insbesondere in dichten Beständen wird über verstärktes Längenwachstum und eventuelle Richtungsänderungen versucht, die bestehende Lichtausbeute zu behalten oder zu verbessern. - Geo- und Heliotropismus werden über das Längenwachstum realisiert und über das Dickenwachstum stabilisiert und verfestigt, d .h. alle vollzogenen Richtungsänderungen sind irreversibel. In unserem Fall ergibt sich der erste große Bogen des scheinbar auf dem Kopf stehenden Fragezeichens dadurch, dass der stehen gebliebene Seitentrieb nach kurzem Weiterwachsen bemüht ist, in die senkrechte Wuchsrichtung zu kommen. Zwei unterschiedliche Kräfte zwingen ihn aber bald, die Krümmung über die Schwerkraftachse hinaus fortzuführen; zum einen das eigene Gewicht und zu anderen die abnehmende Lichtausbeute auf der dem Nachbarn zugewandten Seite (diese komplizierte Nachholbewegung erklärt auch, warum damals in der Fläche abgeholzt wurde, weil jeder- einzeln stehende Stock inmitten einer 8 Jahre älteren Schonung im Wetikampf um genügend Licht chancenlos geblieben wäre). Alles Weitere hat sich dann durch die mikrostandörtlichen Unterschiede zwischen den konkurrierenden Bäumen sowie deren ständige Veränderungen im Verlauf des „Aufholwachstums" ergeben. Insbesondere für die am Rand der ehemaligen Lichtung stehenden Nachwuchsbäume genügte der oben beschriebene erste Krümmungsbogen in der Regel nicht, um normal weiter wachsen zu können. Da sie sich mit wesentlich größeren Nachbarn auseinander zu setzen hatten, waren sie gezwungen, durch zusätzliche Drehungen und Richtungsänderungen ihre Lebensfähigkeit zu sichern. Somit erweist sich das, so genannte ,.Rätsel von Gryfino' als ein einmaliges und schutzwürdiges Objekt in der Kulturlandschaft des unteren Odertales. welches nicht nur an einen geschäftstüchtigen und klugen Nutzer erinnert„ sondern auch eine fast in Vergessenheit geratene Waldbewirtschaftungsweise - noch dazu in der innovativen Anwendung auf einen Kiefernwald- wieder lebendig werden lässt.
Dr. Heinz Niemann Siggelkow

24.05.2009

Geofuchs 2009

Liebe Kolleginnen und Kollegen, inzwischen haben wir die Unterlagen für den Wettbewerb 2009 an alle Schulen per E-Mail verschickt. -Falls der Bedarf besteht, nochmals auf die Bilder zu zugreifen, finden Sie diese hier. Für eine Großansicht klicken Sie einfach auf die Diashow. Dann öffnet sich ein Picasa-Fotoalbum, aus dem Sie sich die Bilder herunterladen können (rechte Maustaste; "Bild speichern unter ...").
Falls unser Anschreiben mit den Aufgabenstellungen nicht in Ihrer Schule angekommen sein sollten, melden Sie sich bitte per Mail unter
Viel Spaß beim Mitmachen und viel Erfolg für Ihre Schüler Sabine Geisler

24.10.2008

Schulgeographen aus M-V treffen sich in Stralsund

Am 18. September 2008 lud die Regionalgruppe Greifswald zum Landesschulgeographentag in Stralsund ein.
In seinem Eröffnungsvortrag benannte Dr. Hans-Joachim Hacker Erfolge aber auch Probleme der Stadtentwicklung seiner Heimatstadt. Wie viele norddeutsche Städte entwickelte sich auch Stralsund von einem Fischer- und Fährdorf) zu einer bedeutenden Hafenstadt. Günstige Voraussetzungen waren die Lage zur Insel Rügen mit einem geschützt liegenden Hafen.
Gründungsurkunde von 1234 1234 erhielt das damalige Stralow vom rügenschen Fürsten Wizlaw I. das Stadtrecht. Durch den Handel erreichte Stralsund zur Zeit der Hanse fast so eine große Bedeutung wie Lübeck. Das Stadtbild wurde und wird geprägt durch die Kirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi, das imposante Rathaus und zahlreiche Bürgerhäuser, die noch heute vom Reichtum der Stadt künden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Stralsund zu einer wichtigen Festung für die deutschen Gebiete des schwedischen Königreiches ausgebaut. Nahezu unverändert hat der historische Stadtkern seinen mittelalterlichen Grundriss bis heute bewahrt und legt Zeugnis für die Anlage von Seehandelsstädten nach Lübischem Recht ab. www.quermania.de So wurden die "Historischen Altstädte Stralsund und Wismar" im Juni 2002 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen, was aber nicht gleichbedeutend war, dass die für die Sanierung der Gebäude notwendige Gelder in Mengen zur Verfügung standen. Die größte finanzielle Unterstützung stammt von Spenden. In einem umfassenden Internetauftritt stellen die beiden Hansestädte ihr gemeinsames UNESCO-Welterbe vor. (www.stralsund-wismar.de)
Bei einer Führung durch die Volkswerft konnten wir einen in seinen Ausmaßen weltweit einzigartigen Schiffsfahrstuhl bewundern. Die Schiffe werden in der Halle ebenerdig gebaut, dann hinausgezogen und auf den Schiffslift gerollt und dort ins Wasser abgesenkt. Der Lift ist 275 m lang, hat eine Tragkraft von mehr als 20 000 t und ist damit in der Lage, auch 4200-TEU-Containerschiffe der Panamax-Klasse, die jetzt in der Werft gefertigt wurden, bis zu elf Meter tief abzusenken. Auch die Schiffbauhalle war zu ihrer Fertigstellung 1997 mit einer Höhe von 74 m, einer Länge von 300 m und einer Breite von 108 m Weltrekord.
Die Initialen "d h " an der Schiffbauhalle stehen für den jetzigen Besitzer Detlef Hegemann, der die Werft 2007 für 26 Mio. Euro erwarb (laut Financial Times Deutschland) weitere Informationen auf: www.volkswerft.de Anschließend statteten wir dem erst in diesem Sommer eröffneten, direkt am Hafen gelegenen Ozeaneum einen Besuch ab. Die 2 ½ Stunden Führung durch diesen imposanten Bau wurden zu keiner Zeit langweilig und vergingen im Fluge. Hier präsentiert das Museum anhand herausragender Exponate anschaulich naturkundliches Wissen, speziell zur Ostsee und Nordsee. Einen großen Teil der Originale fertigte die hauseigene Präparation selbst. Wir stiegen direkt im Stralsunder Hafenbecken in die Tiefe und erlebten, wie vielfältig Flora und Fauna dieses Binnenmeeres sind. In den Aquarien tummeln sich neben bekannten Fischarten wie Flunder oder Plattfisch auch ungewöhnliche Tiere wie die Wollhandkrabbe. Helgoland ist ein großzügiges Tunnelaquarium gewidmet, in dem neben Tangfeldern auch große Taschenkrebse und Riesenkrabben zu sehen sind. Tausende Heringe und Makrelen zogen im 2,6 Mio. l Wasser fassenden Schwarmfischbecken an unseren Augen vorbei, um sich blitzartig dem Zugriff der räuberischen Haie zu entziehen. Zum Schluss bestaunten wir in einer atemberaubenden Inszenierung mehrere Wale als Nachbildungen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein Blauwalmodell aus dem Nordatlantik mit einer Länge von 26 m. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Weitere Informationen unter www.ozeaneum.de Sabine Geisler

10.07.2008

Die Geofüchse 2008

Anfang Juli trafen wir Vorstandsmitglieder des Landesverbandes uns, um die Gewinner des Wettbewerbes "Geofuchs" zu ermitteln




         Wir gratulieren


Klasse 5

1. Patricius Drewniak
Regionale Schule Binz

2.
Sophie Ehmann
RS „R. Harbig“ Ribnitz-Damgarten

3.
Paul Hoppe
RS Jarmen

Klasse 6

1.
Kersten Schütze
Privatgymnasium Torgelow

2.
Annika Rudolph
RS „E.-M.-Arndt“ Greifswald

3.
Janne Steinke
Nordlicht-Schule Rostock

Die Urkunden und Büchergutscheine werden in den nächsten Tagen in den Schulen eintreffen.


01.06.2008

Deutschlands bester Geographieschüler kommt aus Brandenburg

Unsere herzlichen Glückwünsche gehen an Max Rogge!!!
16 Schüler und eine Schülerin stellten sich am vergangenen
Wochenende den anspruchsvollen Fragen im Bundesfinale des
Unser Vertreter Jacob Migenda belegte einen tollen 5. Platz.
Auch ihm gratulieren wir.
Jakob besucht den Hochbegabtenförderungszweig des CJD Christophorusgymnasiums in Rostock. Er lernt viele Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch und auch Latein. Die Teilnahme an Wettbewerben ist ihm nicht fremd: So beteiligte er sich schon an Geographie-, Mathematik- und Englischwettbewerben. An der Geographie fasziniert Jakob die Verbindung verschiedenster Fachgebiete natur- und gesellschaftswissenschaftlicher Art. Auch sein besonderes Interesse gilt Fächern wie Politik, Geschichte und Religion. Seine Traumreiseziele sind dementsprechend in kulturhistorischen Stätten in Israel und Palästina vereint.