24.10.2008

Schulgeographen aus M-V treffen sich in Stralsund

Am 18. September 2008 lud die Regionalgruppe Greifswald zum Landesschulgeographentag in Stralsund ein.
In seinem Eröffnungsvortrag benannte Dr. Hans-Joachim Hacker Erfolge aber auch Probleme der Stadtentwicklung seiner Heimatstadt. Wie viele norddeutsche Städte entwickelte sich auch Stralsund von einem Fischer- und Fährdorf) zu einer bedeutenden Hafenstadt. Günstige Voraussetzungen waren die Lage zur Insel Rügen mit einem geschützt liegenden Hafen.
Gründungsurkunde von 1234 1234 erhielt das damalige Stralow vom rügenschen Fürsten Wizlaw I. das Stadtrecht. Durch den Handel erreichte Stralsund zur Zeit der Hanse fast so eine große Bedeutung wie Lübeck. Das Stadtbild wurde und wird geprägt durch die Kirchen St. Nikolai, St. Marien und St. Jakobi, das imposante Rathaus und zahlreiche Bürgerhäuser, die noch heute vom Reichtum der Stadt künden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde Stralsund zu einer wichtigen Festung für die deutschen Gebiete des schwedischen Königreiches ausgebaut. Nahezu unverändert hat der historische Stadtkern seinen mittelalterlichen Grundriss bis heute bewahrt und legt Zeugnis für die Anlage von Seehandelsstädten nach Lübischem Recht ab. www.quermania.de So wurden die "Historischen Altstädte Stralsund und Wismar" im Juni 2002 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen, was aber nicht gleichbedeutend war, dass die für die Sanierung der Gebäude notwendige Gelder in Mengen zur Verfügung standen. Die größte finanzielle Unterstützung stammt von Spenden. In einem umfassenden Internetauftritt stellen die beiden Hansestädte ihr gemeinsames UNESCO-Welterbe vor. (www.stralsund-wismar.de)
Bei einer Führung durch die Volkswerft konnten wir einen in seinen Ausmaßen weltweit einzigartigen Schiffsfahrstuhl bewundern. Die Schiffe werden in der Halle ebenerdig gebaut, dann hinausgezogen und auf den Schiffslift gerollt und dort ins Wasser abgesenkt. Der Lift ist 275 m lang, hat eine Tragkraft von mehr als 20 000 t und ist damit in der Lage, auch 4200-TEU-Containerschiffe der Panamax-Klasse, die jetzt in der Werft gefertigt wurden, bis zu elf Meter tief abzusenken. Auch die Schiffbauhalle war zu ihrer Fertigstellung 1997 mit einer Höhe von 74 m, einer Länge von 300 m und einer Breite von 108 m Weltrekord.
Die Initialen "d h " an der Schiffbauhalle stehen für den jetzigen Besitzer Detlef Hegemann, der die Werft 2007 für 26 Mio. Euro erwarb (laut Financial Times Deutschland) weitere Informationen auf: www.volkswerft.de Anschließend statteten wir dem erst in diesem Sommer eröffneten, direkt am Hafen gelegenen Ozeaneum einen Besuch ab. Die 2 ½ Stunden Führung durch diesen imposanten Bau wurden zu keiner Zeit langweilig und vergingen im Fluge. Hier präsentiert das Museum anhand herausragender Exponate anschaulich naturkundliches Wissen, speziell zur Ostsee und Nordsee. Einen großen Teil der Originale fertigte die hauseigene Präparation selbst. Wir stiegen direkt im Stralsunder Hafenbecken in die Tiefe und erlebten, wie vielfältig Flora und Fauna dieses Binnenmeeres sind. In den Aquarien tummeln sich neben bekannten Fischarten wie Flunder oder Plattfisch auch ungewöhnliche Tiere wie die Wollhandkrabbe. Helgoland ist ein großzügiges Tunnelaquarium gewidmet, in dem neben Tangfeldern auch große Taschenkrebse und Riesenkrabben zu sehen sind. Tausende Heringe und Makrelen zogen im 2,6 Mio. l Wasser fassenden Schwarmfischbecken an unseren Augen vorbei, um sich blitzartig dem Zugriff der räuberischen Haie zu entziehen. Zum Schluss bestaunten wir in einer atemberaubenden Inszenierung mehrere Wale als Nachbildungen in Originalgröße. Das größte Exponat ist ein Blauwalmodell aus dem Nordatlantik mit einer Länge von 26 m. Außerdem sind ein abtauchender Pottwal im Kampf mit einem Riesenkalmar, ein Schwertwal sowie ein Buckelwal mit Jungtier zu sehen. Weitere Informationen unter www.ozeaneum.de Sabine Geisler